Seegang auf Norwegenreisen
Wo die Küstenroute an der offenen See fährt und wie du Seewetter und Wellenhöhe liest.
Inhaltsverzeichnis
Offene Strecken der Küstenroute
Die Postschiffroute von Bergen nach Kirkenes verbindet geschützte Wasserwege hinter Inseln und Schären mit Abschnitten, auf denen das Schiff an der offenen See fährt. Keine Route verspricht dir eine durchgehend ruhige Fahrt. Nordwärts liegen die bekanntesten offenen Strecken in dieser Reihenfolge:
| Strecke | Wo auf der Route | Was sie offen macht |
|---|---|---|
| Stadhavet am Vestkapp | vor Ålesund, nahe Selje | keine vorgelagerten Schären; das am stärksten exponierte Seegebiet der norwegischen Küste |
| Hustadvika | zwischen Molde und Kristiansund | flaches Gebiet mit Inselchen und Schären, davor direkt die Norwegische See |
| Vestfjorden | zwischen Bodø und Stamsund auf den Lofoten | rund 155 Kilometer lang, an der Mündung rund 80 Kilometer breit |
| Lopphavet | zwischen Troms und Finnmark, auf dem Weg von Tromsø nach Hammerfest | 70 Kilometer breit, eines der wetterhärtesten Stücke der Schiffsroute nach Norden |
| Finnmarksküste | ab Honningsvåg über Kjøllefjord, Mehamn, Båtsfjord und Vardø bis Kirkenes | Landspitzen, die ungeschützt zum Nordpolarmeer liegen; die Häfen liegen an der Barentssee |
| Barentssee nach Spitzbergen | Spitzbergen-Linie ab Honningsvåg nach Longyearbyen | ein ganzer Seetag über die Barentssee, vorbei an der Insel Bjørnøya |
Am Stad endet die Nordsee und beginnt die Norwegische See; der 497 Meter hohe Felsen Kjerringa fällt dort fast senkrecht ins Meer. Um dieses Seegebiet zu umgehen, baut die Küstenverwaltung Kystverket den Stad-Schiffstunnel. Den Bauvertrag hat sie im August 2026 unterschrieben, der Tunnelbau beginnt Anfang 2027 und dauert etwa fünf Jahre. Schiffe in der Größe der Postschiffe sollen dann hindurchfahren.
Geschützte Wasserwege
Zwischen den offenen Strecken fährt das Postschiff lange hinter Inseln. Nördlich von Bergen ist die Küste ein Labyrinth aus Inseln, Schären und geschützten Wasserwegen. Dasselbe gilt für die Helgelandküste mit Brønnøysund und Sandnessjøen, die tausende Inseln, Schären und geschützte Wasserwege prägen.
Zu welcher Uhrzeit dein Schiff eine offene Strecke quert, hängt von der Richtung ab. Den Tagesablauf mit den Anlaufzeiten zeigt der Fahrplan der Reederei; die Route selbst stellt Postschiffreisen vor.
Seewetter und Wellenhöhe lesen
Die Wetteranzeige einer Hafenstadt sagt wenig über den Seegang. Norwegens meteorologischer Dienst met.no berechnet eigene Vorhersagen für Nordsee, Norwegische See, Barentssee und Küstengewässer. Für die Strecken oben heißt das: Am Stad treffen Nordsee und Norwegische See aufeinander, die Finnmarksküste und der Weg nach Spitzbergen liegen an der Barentssee.
Nennt eine Vorhersage die signifikante Wellenhöhe, ist damit der Mittelwert des höchsten Drittels der Wellen gemeint. Einzelne Wellen können höher sein. Einen garantiert ruhigen Bordtag liest du daraus nicht ab.
| Information | Was sie für deine Planung leistet |
|---|---|
| Wetter am Hafen | Kleidung und Landprogramm auswählen |
| Seewetter von met.no | Mit wechselndem Bordablauf auf offenen Strecken rechnen |
| Meldung der Reederei | Änderungen deiner Reise berücksichtigen |
| Ansage an Bord | Freigegebene Wege und tatsächlichen Tagesablauf kennen |
An Bord bei rauer See
Raue See und eingeschränkte Sicht schränken die Beweglichkeit an Bord ein. Lies vor der Buchung den Deckplan und kläre, welche Unterstützung du brauchst. Verstaue Taschen und lose Gegenstände so, dass sie keine Wege versperren, und nutze die Handläufe. Außendecks betrittst du nur dort, wo sie geöffnet sind; bei schwierigen Bedingungen ist eine Innenlounge der bessere Platz für die Landschaft.
Die Schiffsgröße allein entscheidet nicht über deinen Komfort. Ein kleineres Schiff kann zu deinen Wünschen passen, bietet aber keine Garantie gegen Seegang. Für persönliche gesundheitliche Fragen vor einer Seereise ist eine ärztliche Beratung der richtige Schritt.
Wenn Wetter Route oder Ausflug ändert
Reedereien können aus Sicherheitsgründen den Verlauf ändern oder Ausflüge absagen. Bei Hurtigruten gehören raue See und geringe Sicht ausdrücklich zu diesen Gründen. Auch die Einfahrt in den Trollfjord bei Svolvær steht unter dem Vorbehalt der Bedingungen; die Entscheidung trifft der Kapitän. Bei Havila können ungeeignete örtliche Wetterbedingungen zur Absage einer Tour führen.
Buchst du einen Ausflug selbst, prüfe seine Änderungs- und Stornobedingungen. Kläre, was passiert, wenn dein Schiff später ankommt oder den Hafen nicht erreicht; eine eigene Tour ist nicht an die Entscheidung des Schiffs gekoppelt. Ändert sich die Liegezeit, rechnest du den Tag neu und behältst ein Ziel mit kurzem Rückweg zum Kai, etwa ein Museum statt einer Bergfahrt bei tiefen Wolken.
Die passende Reise wählen
Ab Hamburg oder Kiel gehören Seetage zur Anreise nach Norwegen; eine Küstenreise ab Bergen beginnt dagegen in geschützten Wasserwegen. Vergleiche vollständige Routen, die Zahl der Seetage und die offenen Strecken aus der Tabelle oben. Die Routenübersicht zeigt, welche Reise wie weit nach Norden fährt. Für Kleidung und Medikamente hilft die Packliste, für flexible Landgänge die Ausflugsplanung.
Fragen zum Seegang
Gibt es auf Hurtigruten-Schiffen Tabletten gegen Seekrankheit?
Ja, Tabletten gegen Seekrankheit bekommst du im Bordshop oder an der Rezeption. Neigst du dazu, bring dein gewohntes Mittel trotzdem selbst mit.
Bekommst du unterwegs auf der Postschiffroute Medikamente?
Die meisten Häfen der Hurtigruten-Route haben Apotheken mit gängigen Medikamenten. An Bord sind Crewmitglieder in Erster Hilfe und medizinischer Notfallversorgung geschult.
Aus welcher Richtung kommen die Wellen in der met.no-Vorhersage?
Die Wellenrichtung gibt an, woher die Wellen kommen: 0 Grad heißt aus Norden, 90 Grad aus Osten. Bei der Strömung ist es umgekehrt, dort zeigt die Angabe, wohin das Wasser fließt.
Wie ruhig ist das Wasser nach dem Ablegen in Bergen?
Hinter Bergen fährt das Postschiff durch den Hjeltefjord nach Norden, danach durch Inseln, Schären und geschützte Wasserwege. Für diesen Abschnitt lohnt sich die Zeit an Deck.